Komplimente
Meine Kindheit startete von Anfang an nicht unter einem guten Stern.
Hineingeboren in eine Familie in der Alkohol und Aggressivität an der Tagesordnung waren. Meine komplette Kindheit über bewegte ich mich wie auf rohen Eiern, weil in jeder Ecke Prügel, abwertendes Verhalten und Vernachlässigung herrschte.
Kurz nach meinem 14. Geburtstag kam es dann dazu das meine Mutter mich zu meinem Onkel schickte , ich sollte ihm bei etwas helfen sagte sie mir damals, ich wusste das ich entweder gehorche oder es die nächste Tracht Prügel gibt.
Also fuhr ich mit ihm, wir fuhren zu einem Waldstück, bei dem er unbedingt eine Pause machen wollte .
Am Anfang machte er mir Komplimente, wie erwachsen ich doch schon geworden wäre und das ich jetzt schon eine richtige Frau bin. Irgendwann nahm er meine Hand und zog sie immer wieder an seinen Schritt, ich zog sie immer wieder zurück und sagte ihm er solle das lassen ich möchte es nicht, aber er wurde immer grober und sagte ich solle mich nicht so haben. Als er nicht nachlassen wollte versuchte ich weg zu laufen aber er hielt mich am Bein fest, so das ich zu Boden fiel. Er drückt mich zu Boden und hatte plötzlich die Maske, mit der mich mein Vater meine ganze Kindheit über schon gequält hat über seinem Gesicht. Ich hatte schon immer wahnsinnige Angst vor dieser Maske sodass ich mich nicht mehr rühren konnte, mein Körper hat einfach nicht mehr funktioniert. Er hat mich auf sehr brutale Weise vergewaltigt, geschlagen, bespuckt, gebissen und ich lag regungslos da und konnte weder schreien noch mich wehren.
Als er mit mir fertig war schaute er auf mich und sagte ich solle mich anziehen sonst würde er mich da liegen lassen. Er fuhr mich nach Hause und warf mich vor der Haustür aus dem Auto .
Als meine Mutter mich sah schaute sie mich nur abwertend an und sagte zu mir ich solle mich waschen, bevor mich mein Vater so sieht, ich sähe aus wie ein billiges flittchen.
Einige Wochen später kam meine Mutter plötzlich zu mir und warf mir einen schwangerschaftstest zu und befahl mir diesen zu machen, ich wusste in diesem Moment überhaupt nicht was sie denn von mir wollte, es war für mich nicht greifbar wie es denn sein könnte. Aber es war leider so, ich war schwanger von dem Missbrauch. Als ich meiner Mutter das Ergebnis zeigte hatte sie nichts als böse Worte und Beschimpfungen für mich übrig und drohte mir mit meinem Vater.
Als dieser mal wieder betrunken nach Hause kam und von der Schwangerschaft erfuhr, rastete er komplett aus und verprügelte mich so sehr das ich dachte er bringt mich an dem Tag um, während meine Mutter nur teilnahmslos in der Tür stand.
In der Nacht hatte ich dann eine Fehlgeburt. Ich konnte das alles nicht mehr ertragen und wollte es danach einfach selbst beenden aber selbst das habe ich nicht geschafft, ich stand auf der Brücke die mein leben beenden sollte aber ich habe den Schritt einfach nicht hinbekommen.
Heute bin ich froh das ganze nicht beendet zu haben und am Leben zu sein, auch wenn es noch immer schwer ist mit dieser Vergangenheit zu leben.
Ich habe nach diesem Vorfall mein Leben selbst in die Hand genommen, heute habe ich 2 wundervolle Kinder und einen Mann der hinter mir steht und mich unterstützt wo er nur kann. Seit 3 Jahren bin ich in Therapie und versuche endlich die Sachen aufzuarbeiten die ich so lange verdrängt habe um zu funktionieren und weiter zu machen. Ich weiß das ich auch heute noch einen weiten Weg vor mir habe aber ich werde irgendwann zurückblicken und sagen: ich habe es geschafft.